Das Gute im Schlechten
Wartehallenästhetik kommt nicht allein. Das Ausharren in diesen Hallen des Absitzens kennt auch eine Wartehallenemotion. Am Ende weiß man nicht mehr, was zuerst da war: die Optik, oder das Gefühl.
Der Lift ist die kleinste bekannte Zelle, in der wir kollektives wie einsames Unwohlsein erfahren dürfen. Manche wagen erst gar nicht einen Fuß hinein – und wer es tut denkt im Nachhinein oft: ist auch besser so. Gerade in Mietshäusern bleibt einem zu zweit im Aufzug nicht einmal genug Raum für die Füße. So steht man im Nasensturm des Gegenübers und kann kaum die Augen schließen. Im Gegenteil, die Stille schreit nach einem belanglosen Gespräch. Doch alles was man sagen möchte ist Direktes, meinetwegen Anzügliches, Abwehrendes. Das ist das Fahrstuhl-Tourette. Vergleichbar mit dem Reiz, auf Beerdigungen einfach mal herzhaft zu Lachen. Nicht ratsam, aber ein finsteres Gelüst, ein letztes, ultimatives Tabu, welches wir nicht brechen wollten, wären wir nicht so bedrängt – räumlich oder emotional.
Ich kann mich rückblickend wirklich nur an zwei regelrecht entspannte Fahrstuhlpartien erinnern. Read more »
Date: 21. Mai 2013













Gespräch