Dienstag, 2 of September of 2014

Archives from month » Januar, 2011

Brandenburg

Ich gehe auf den Geburtstag eines 40jährigen Mannes, den ich nicht kenne. Das ist in Ordnung. Ich bin 31. Auch das darf man sein.
Der 40jährige feiert mit einem 44jährigen, den er vermutlich auch nicht kennt. Vielleicht sind sie beide bei der freiwilligen Feuerwehr, da wo sie wohnen. In Brandenburg, vor dem Rand von Berlin.
Es ist die eine Sache am Stadtrand zu wohnen und die andere, vor dem Stadtrand ein Haus zu haben.
Häuser vor Stadträndern sind billiger, größer, gartenumrüscht. Dort kann man Kinder kriegen wie Karotten ernten. Alles, was in der Stadt schlecht war ist dort gut.
Alles, nur dass da eben keine Stadt mehr ist. Dass dort niemand hinkommt, hinter den Rand. Read more »


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Mann in Grün im Weg

Immer wenn man es eilig hat kommt einem was dazwischen. In meinem Fall war es ein Mann in Grün mit einer Kelle. Aus lang zurückliegenden Kindertagen kenne ich ein derartiges Utensil. Auf einem ADAC Parkplatz der Kreisstadt wurde ich damals von einem kinderfreundlichen Wachmann herausgewunken, weil ich bei der Fahrradprüfung vor Aufregung gepatzt hatte. Seitdem hatte ich keine weitere Kelle gesehen, geschweige denn, dass ich jemals auf eine reagiert hätte.
Diese Kelle stand aber, am langen Arm hochgereckt, auf der Straße. Vor mir.
Natürlich hatte ich es eilig und bin quasi auf zwei Reifen um die Ecke gebogen, hatte einen Termin den ich nie mehr einhalten konnte. Außer ich hätte einen Hubschrauber gehabt. Hatte ich aber nicht, sondern ich fuhr in einem alten Twingo und schrie laut aus dem offenen Wagenfenster: „Wer steht denn da so bescheuert auf der Straße rum! Weg da! Weeeg!“
Ich musste stark bremsen, um den Polizisten nicht umzunieten und hielt mit rauchenden Reifen am Straßenrand. Read more »


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Wer dem anderen ein Häufchen macht …

„Wer dem anderen ein Häufchen macht, der fällt selbst hinein“, sollte ein Sprichwort lauten, dessen Ursprung man hier auf den Neuköllner Fußwegen suchen müsste. Meine größte Angst im Berliner Winter ist es, auf den ungestreuten und ungeräumten, vereisten Gehwegen auszurutschen und in einen Hundehaufen zu fallen. Hundewürste gefrieren immer einen Tick später als die Gehwege, insofern nähme man bei so einem Sturz richtig viel davon mit.
Einen Notarzt oder die Feuerwehr würde ich rufen, würde mir so etwas passieren. Das wäre nicht übertrieben.
Nein das wäre es nicht. Read more »


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Die Wunderkammer

Wunderkammer.jpg

Über dem dicken, getigerten Kopf schweben deutlich sichtbare Fragezeichen: Schon wieder ist einer der Menschen in einer kleinen Kammer verschwunden, die direkt vom Flur der Wohnung abgeht. Hinter einer weißen Tür ist eine silberne, leuchtende Kiste, die offensichtlich zaubern kann. Sie lässt DInge und Menschen verschwinden. Und auf magische Weise lässt sie auch Dinge und Menschen aus dem Nichts auftauchen. Read more »


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Frau sucht Frisur


Kürzlich empfahl mir die Mutter meines Freundes meine Kurzhaarfrisur doch wie die Moderatorin von „Bauer sucht Frau“ zu tragen. Die hätte auch so kurzes Haar und trüge es stachelig und blondiert. Sähe schick aus.
Ich kenne die Moderatorin dieser Sendung nicht, wohl aber die Verlockung seine Haare mit Gel und Bleichmittel zu bearbeiten. Die Tatsache, dass ich diesen Verlockungen schon viele Male nachgegeben hatte war der Grund, warum ich das heute in der Regel nicht mehr tue.
Das Ergebnis meiner Tönungsabstinenz ist ein frisches Aschmausgraublond auf meinem Kopf, zu dem ich tapfer stehe. Hat nicht jeder, so eine Schattierung. Kriegt man nachweislich mit keiner Farbe so hin und passt zu meiner Kleidung.
Überhaupt, Ratschläge. Read more »


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