Dienstag, 25 of November of 2014

Archives from month » Oktober, 2011

… und mehr

Das Internet bietet nicht nur viel, sondern mehr. Facebook zum Beispiel (eine Seite die ich leider durchschnittlich alle zwei Minuten anklicke) sagt „Facebook – anmelden, registrieren oder mehr …“. Die kleinen drei Pünktchen hinter dem Wort mehr, eröffnen ein gefühltes Universum unendlicher Weiten und Möglichkeiten. Gibt man bei Google gleich die Worte „und mehr“ ein, so erscheint ein Blog mit dem Namen „Forst, Wald und mehr“. Gleich darunter findet sich die Tierheilpraxis „Diana Oppold – Pferdeosteo und mehr“. Darauf folgt der „Hundesalon und mehr“, das etwas unanständige „XL … und mehr“ (die Pünktchen finden sich hier natürlich nach dem XL), dann „Wein und mehr“ oder die schöne Seite mit dem Titel „Reden und mehr“.
„Irgendwas und Basta“ scheint ja keinen mehr zu interessieren. Wir alle wollen mehr. Read more »


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Unsichtbare Kompetenz

Tarnbuggy.jpg

Eine Fußgängerampel im Prenzlauer Berg. Drei Frauen.

Junge Frau 1 schaut sich suchend um. Junge Frau 2 sitzt auf dem Boden (bei gefühlten 5 Grad). Eine etwas weniger junge Frau schiebt einen Buggy samt Kleinkind.

Junge Frau 1 beugt sich zu junger Frau 2 hinab: „Sorry, kennst Du Dich hier aus?“

Junge Frau 2: „Sorry, I don’t speak German“.

Etwas weniger junge Frau lächelt ortskundig und multilingual

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Hauskrebs

Berlin, ein Biosupermarkt am Samstagnachmittag. Es ist voll, die Gänge sind verstopft von Kunden, die stundenlang und kritisch die Warenetiketten studieren. Ein Mann im Rollstuhl schiebt sich vorsichtig bis zum Salat- und Gemüseregal durch und guckt zu den buschigen Endivienköpfen hoch.
Er (freundlich, zu einer Kundin neben ihm): Könnten sie mir das Salatblatt da oben geben, … das Lose was da so heraussteht?
Sie (irritiert, aber durchaus aufgeschlossen): Wo?
Er: Na da oben. Da links, das eine. Was da so herausguckt.
Oben ragen unendlich viele Salatblätter an unzähligen Enden hervor. Vor lauter Blättern kann man die Salate nicht mehr sehen.
Er (insistierend): Da, … ja … (sie fischt im Blätterwald umher)… nein, ja… da. Read more »


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nicht wollen wollen

Mit meinem Nicht-Wollen könnte ich ganze Bände füllen. Mein Wille ist nur dann wirklich fühlbar und ausgeprägt, wenn es gegen etwas oder jemanden geht.
Am schlimmsten ist Ratgeberliteratur, nach dessen Lektüre man etwas bejahen soll. Man soll den verdammten Rat annehmen, ihn weitergeben und daran gesunden. Man soll etwas ändern, etwas gut finden und so.
Ich finde das nicht gut. Ich bin dagegen. Gegen Ratschläge und Lösungen, bei deren Verwirklichung man plötzlich etwas will.
Warum? Weil etwas nicht wollen so klar ist. Hat man sich etwa gegen etwas ausgesprochen, kann man es fallen lassen wie einen Sack Altkleider. Unbeschwert kann man voranschreiten, vorbei an Dingen, die in ihrer Vergänglichkeit sowieso kein Begehren mehr hinter dem Ofen vorlocken können.
Etwas wollen ist ungleich verzweifelter: was wenn es nicht gelingt? Read more »


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