Die Achtsame
Die Erwartung ist die kleine Schwester der Enttäuschung. Sie treten nie gemeinsam, stets aber nacheinander auf. Sobald die Erwartung von der Realität abgelöst wird, folgt ihr die Enttäuschung auf dem Fuße um nachzusehen, was die andere so getrieben hat.
Von einem normalen arbeitsfreien Wochentag in Berlin erwarte ich eigentlich nichts Besonderes. Ein wenig Herumbummeln, ein bisschen Sonne, ein paar Schritte im Park und eine Handvoll Erledigungen, die ich am Ende des Tages schnell vornehmen möchte, um mich einem mittelruhigen Abendprogramm hinzugeben. Erledigungen, die mit dem Erwerb von Haushaltswaren und Lebensmitteln zu tun haben etwa, oder auch mal ein Gang zur Post.
Manchmal kann es passieren, dass man dabei Erwartungen auf die Spur kommt, die sich die meiste Zeit im Verborgenen aufhalten. Erwartungen, die einem just im Moment ihrer Enttäuschung gewahr werden. Passiv-Erwartungen, wie die Hoffnung auf ein funktionierendes Auto, die Schnelligkeit öffentlicher Verkehrmittel oder Ähnliches. Alltagsdinge eben. So unscheinbar und unaufdringlich wie die Erwartung an die durchschnittliche Verweildauer an Supermarktkassen.
Wie lange steht man dort? Zwei bis fünf Minuten? Acht Minuten wenn die Kassenrolle gewechselt werden muss?
Schon beim Herantreten an die Supermarktkassen suche ich mir die richtige Schlange aus: Read more »
Date: 27. Februar 2012







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