Erika
Sie redete sich in einen Tusch hinein. Im Hintergrund lief das Radio, wieder die Sportnachrichten. Es war drückend, in und außerhalb der kleinen Wohnung, wo sie nun saß, mit ihrem Mann. Und er drehte wieder an den Knöpfen des Geräts und hörte nicht zu. Nie hörte er ihre Stimme.
Sie schrie und keifte, sie kniff ihn und schubste das Radio. Ein Trommelwirbel, ein Tusch. Und dann war wieder nichts am Ende, auf das sie warten konnte.
Er war wieder mit Erika beim Kegeln gewesen. Das erzählte man sich im ganzen Haus. Erika hier, Erika da. Als hätte es nie eine andere gegeben, als hätte sie Erika nicht vor die Tür gesetzt, als es vor Jahren zwischen den beiden holprig wurde.
Wiegand hatte sich doch bloß in sie verguckt, weil sie ihn mit Herrenduft betört hatte. In ihrem kleinen Örtchen gab es nicht viel: ein Miederwarengeschäft, ein Lottoladen und den Fotoladen mit Parfumecke gegenüber vom Supermarkt.
Erika war eigentlich nur für eine Saison da, suchte nichts Festes, kam aus der Stadt und sah ein wenig räudig aus mit ihrem vergilbten roten Haar. Ein bisschen Pflege, meinten die Leute, täte ihr gut. Aber auf sowas Handfestes hat er schon immer gestanden. Read more »
Date: 29. Mai 2012








Gespräch