Dienstag, 12 of Dezember of 2017

Pinpoint

Eine Pointe ist ein Punkt. Im Idealfall ein Höhepunkt, meist jedoch ein stiller Moment, in dem man gerne sagen würde: das ist jetzt witzig. Nun dürft und sollt ihr lachen. Ihr müsst dazu nicht mal in den Keller gehen. Die Pointe ist da, sie liegt vor euch.
Kaum kommt sie an, ist sie aber schon wieder vorbei. Im besten Fall hat das jemand bemerkt. Im schlimmsten Fall erinnert man sich noch Minuten danach daran, dass da was gewesen war. Nämlich ein schwarzes Loch an der Stelle, wo eine Geschichte aufblühen, explodieren, stimulieren und einfach knallen sollte.
Eine verpatzte Pointe kann einem den ganzen Abend versauen.
Warum überhaupt Pointen? Wieso so zentralistisch? Es gibt doch noch so viele Worte im Teich – wieso stürzt und stützt man sich nur auf das eine oder die wenigen?
Weil es im Leben einfach so ist. Höhepunkte sind keine alles überziehende Tapete, sie sind selten. Deswegen mögen wir sie. Und wir existieren nicht so einfach vor uns hin, sondern suchen. Suchen Wege, „Dinge die uns Spaß machen“, des Pudels Kern, den springenden Punkt, die Pointe, den Witz der Sache. Ein gelungener Höhepunkt versöhnt uns mit dem Matsch des Mittelmaßes, der uns sonst bis zum Halse steht. Zumindest eine kleine Pointe lang.

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